Weißer Regen 2007
2.6. - 9.6.2007 (Brigitte und Reinhard Kohl)
Wie bereits im Jahr 2006 verbringen meine Frau Brigitte und ich einen Teil unseres Jahresurlaubs im Fischerstüberl bei Familie Höcherl in Blaibach im Bayerischen Wald.
Im letzten Jahr wurden wir durch eine Annonce in der Zeitschrift Fliegenfischen auf diese Pension aufmerksam.
Nachdem wir uns damals die Gegend rund um Blaibach und Bad Kötzting angeschaut und relativ wenig (aber doch recht erfolgreich) gefischt hatten, soll diesmal der Schwerpunkt unseres Urlaubs auf dem Fliegenfischen liegen. Bevor ich jedoch auf diesen Schwerpunkt näher eingehe, beschreibe ich an dieser Stelle zunächst unsere "darum herum liegenden" Eindrücke.

Unsere Reiseroute führt uns auf der A3 bis zum Kreuz Altdorf, dort biegen wir auf die A6 in Richtung Amberg ab, danach fahren wir ab der Abfahrt Amberg-Ost nur noch auf der B85 über Schwandorf, Bruck, Roding, Cham nach Miltach, wo wir dann die Richtung nach Bad Kötzting einschlagen.
Auf der Straße von Blaibach nach Bad Kötzting liegt im Blaibacher Ortsteil Pulling die Pension Höcherl, besser bekannt als "Fischerstüberl".
Neben den Zimmern in der eigentlichen Pension bietet Familie Höcherl ihren Gästen die Möglichkeit an, im ungefähr zweihundert Meter entfernt liegenden Gästehaus zu übernachten.
In diesem Fall führt ein kleiner Spazierweg am Ufer des Schwarzen Regen entlang zur Pension, wo die leckeren Mahlzeiten angeboten werden.
Die Gäste können sich so schon auf dem Weg zum Frühstück einen ersten Eindruck von den vielversprechenden Angelplätzen am Ufer verschaffen.
Von unserem Wirt Toni Höcherl werden drei verschiedene Gewässer zur Ausübung des Angelsports angeboten: Blaibach Stausee, Schwarzer Regen und Weißer Regen.
Am Blaibach Stausee, den man zu Fuß in fünf Minuten erreichen kann, lädt das Seestüberl zur Rast ein.
Von seiner Terrasse aus kann man quer rüber zum anderen Ufer schauen.
Vom Parkplatz, der zwischen Staumauer und Seestüberl liegt, kann man den Stausee der Länge nach überblicken.
Unterhalb der Staumauer beginnt der Schwarze Regen,...
...der allerdings bis zur Einmündung des Weißen Regens zum Schongebiet erklärt ist.
Danach fließt der Schwarze Regen in Richtung Blaibach.
Mit der Erlaubniskarte vom Fischerstüberl darf er beidseitig mit Naturködern befischt werden.
Ungefähr fünf Kilometer von Pulling entfernt liegt das Städtchen Bad Kötzting. Hier findet man neben Supermärkten und Tankstelle auch den einen oder anderen Hinweis auf das traditionelle Bayern.
Nach einem Besuch in "Markus' Angelstube", bei dem man die eigenen Vorräte an Angelgerät und Zubehör ergänzen kann, bietet der Besuch im Eiscafé die Möglichkeit einer leckeren Erfrischung.
In Bad Kötzting beginnt an dieser überdachten Brücke die Strecke des Weißen Regen, für die man bei Toni Höcherl die Erlaubniskarte erwerben kann.
Von der Holzbrücke aus flußabwärts erstreckt sich die ungefähr sechs Kilometer lange Fischstrecke, ...
...die irgendwann an dieser Stelle in einem Mühlgraben ankommt.
Den Bereich von der Brücke in Bad Kötzting bis hierhin haben Biggi und ich uns für unseren nächsten Besuch im Fischerstüberl, der für das kommende Jahr bereits geplant und auch schon gebucht ist, aufgehoben.
An dieser Stelle möchte ich die Beschreibung des "Drumherum" beenden und zum eigentlichen Reisebericht zurückkommen.
Da ich das große Glück habe, dass die Begeisterung meiner Biggi für das Fliegenfischen fast ebenso groß ist wie meine eigene,...
...stellen wir beide im Urlaub gemeinsam den "Rotgetupften" im Weißen Regen nach.
Zehn Fußminuten vom Fischerstüberl befindet sich das klare und tiefe Wasser dieses Mühlgrabens, in dem sich zahlreiche Salmoniden heimisch fühlen.
Der Weiße Regen übt auf uns durch seine natürlich bewachsenen Ufer einen ganz besonderen Reiz aus.
In den Krautfahnen am Grund des Flüßchens darf jederzeit mit einem kapitalen Fisch gerechnet werden.
Fünf Gehminuten vom Fischerstüberl liegt hinter diesem Wehr...
...ein kleiner Altarm, der zahlreichen Fischen als Kinderstube dient.
Hier sind nicht nur Fische zu beobachten, diese Entenfamilie begegnet uns am Weißen Regen immer wieder, hier am Altarm scheint jedoch das Nest der kleinen Gemeinschaft zu sein.
Unterhalb des Wehrs lädt ein Arm des Flüßchens, in dem sich breite und flache Abschnitte...
...mit schmalen und schnellen Strecken abwechseln, dazu ein, jeden einzelnen Meter mit der Fliege abzusuchen.
In einigen Abschnitten...
...können auch jederzeit Überraschungen zu Tage gefördert werden.
Der zweite Arm des Weißen Regens befördert den Großteil des Wassers...
...zu einem kleinen Kraftwerk in der Nähe unserer Unterkunft.
Der linksseitige Uferbewuchs dieses Gewässer-Abschnitts erlaubt ungehinderte Würfe mit der Flugschnur.
Unterhalb des Kraftwerks vereinigen sich die beiden Arme und...
fließen unter dieser Brücke durch, die den Weißen Regen direkt beim Fischerstüberl überspannt und dem Gast die Möglichkeit bietet, sowohl den Blaibach-Stausee als auch die leicht zugänglichen Ufer des Weißen Regens in kurzen Spaziergängen zu Fuß zu erreichen.
In der Nähe der Brücke versorgt ein Bisam seine Familie mit frischen Grashalmen, die er in seine Wohnräume schleppt.
Unterhalb der Brücke fließt der Weiße Regen in Richtung Mündung,...
...wo er sich dann mit dem Schwarzen Regen vereinigt. Hier endet dann auch die Strecke, die mit der Flugangel befischt werden darf.
Abschließend möchte ich noch von Begebenheiten berichten, die so oder ähnlich an jedem beliebigen Wasser dieser Welt hätten beobachtet werden können.
Im Weißen Regen ist das Watfischen erlaubt. Nachdem sich Biggi über das wichtige Verhältnis von Wassertiefe und Stiefelhöhe klar geworden ist, hat sie auch gleich ein Verfahren entwickelt, um das Wasser wieder zurück zu geben.
Wenn mal etwas nicht so richtig klappt, hilft Literaturkenntnis weiter.
So schreibt der Autor Hans-Ruedi Hebeisen in seinem Buch "Faszination Fliegenfischen" auf Seite 153: "Tage gibt's, an denen läuft alles schief [...] Steige lieber aus dem Wasser und setze Dich gemütlich auf einen Stein. Leere Deine Stiefel aus, prüfe Vorfach und Fliege und stelle das Gerät an den nächsten Baum [...]. Und bleibe sitzen, bis Dein Anfall vorüber ist.
Demut ist gefragt."

(Wenn Biggi eine Kamera dabei gehabt hätte, dann würde es ähnliche Bilder auch von mir geben...)

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man beim Watfischen auch die geeignete Ausrüstung verwenden sollte.
Am Abend unseres letzten Urlaubstages bin ich mit meinen Gummistiefeln (die Watschuhe mit den Filzsohlen trockneten zu Hause so vor sich hin) im knöchelhohen Wasser ausgerutscht. Beim Versuch den Sturz abzufangen, habe ich mir den Ballen meiner rechten Hand an einem scharfkantigen Stein aufgeschnitten.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den professionellen Helfern in der Gemeinschaftspraxis Dr.med.E.Lerche und Dr.med.R.Stahl in Bad Kötzting bedanken, die durch ihre kompetente Hilfe den Grundstein für die Wiederherstellung meiner Hand gelegt haben.

Alles in allem haben Biggi und ich einen tollen Urlaub erlebt: "Danke Toni, wir kommen wieder!"

Reinhard Kohl